Die wichtigsten Fragen kurz beantwortet

Hier finden Sie Antworten der Chemie-Arbeitgeber auf viele Fragen, die Mitarbeiter und Unternehmen unserer Branche bewegen. Unsere Antworten sind verständlich aufbereitet und greifen aktuelle Entwicklungen auf, die in den Betrieben diskutiert werden.

 

Im Durchschnitt aller Ausbildungsjahre und Tarifbezirke verdienen Auszubildende 1084 Euro brutto im Monat. Mehr zu Bezahlung, Vielfalt und Chancen in der Chemie-Ausbildung gibt es in unserer Grafikstrecke.

Die Chemie-Azubis gehören zu den Topverdienern unter den Auszubildenden. In den meisten Tarifbezirken erhalten sie bereits im ersten Jahr zwischen 900 und 1000 Euro pro Monat. Das liegt deutlich über dem Durchschnittsverdienst von Azubis: Der betrug 2017 laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) 876 Euro – allerdings über alle Ausbildungsjahre gerechnet.

In der Chemie-Industrie gibt es 13 Entgeltgruppen, denen man je nach Tätigkeit zugeordnet wird – wenn der Arbeitgeber nach Tarifvertrag bezahlt. Bei der Einstufung in diese Gruppen spielen auch Ausbildung und Berufserfahrung eine Rolle. In der untersten Gruppe gibt es ein Grundgehalt von gut 2.500 Euro brutto im Monat. Berufseinsteiger mit abgeschlossener Berufsausbildung gehören zum großen Teil der Entgeltgruppe 6 an und haben über 3.000 Euro brutto. In der obersten Gruppe ist man bei durchschnittlich 5.780 Euro angekommen. Mehr zu den Voraussetzungen für die 13 Entgeltgruppen steht im Bundesentgelttarifvertag, den die Gewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC geschlossen haben.

Sehr gut: Die Chemie-Tarifbeschäftigten haben ein Spitzeneinkommen. Beispiel: Ein Facharbeiter, etwa ein Chemikant, verdient durchschnittlich knappe 3.500 Euro, ein Industriemechaniker in der ebenfalls sehr gut zahlenden Metallbranche kommt nur auf rund 3.000 Euro. Der Chemieingenieur verdient ca. 5.060 Euro, das sind ca. 150 Euro mehr als ein Maschinenbauingenieur. Das durchschnittliche Jahresbrutto über alle Berufe und Entgeltgruppen hinweg beträgt in der Chemie 67.408 Euro. Nur in der Autoindustrie haben Arbeitnehmer minimal mehr in der Tasche (68.131 Euro).

Es gibt verschiedene gestaffelte Zuschläge für Mehr-, Nacht-, Schicht-, Sonn- und Feiertagsarbeit sowie Erschwerniszulagen. Sie sind tariflich garantiert.

Zunächst einmal die Jahresleistung, wie das 13. Gehalt – oder Weihnachtsgeld – in der Chemiebranche heißt. Sie beträgt in der Regel 95 Prozent des monatlichen Grundgehalts bei Vollzeitbeschäftigten. Manche Unternehmen zahlen sie erfolgsabhängig in einem Korridor von 80 bis 125 Prozent. Zusätzlich gibt es seit dem Tarifabschluss 2018 ein nahezu verdoppeltes Urlaubsgeld von rund 40 Euro pro tariflichem Urlaubstag: Das macht bei 30 Tagen 1200 Euro. Schichtarbeiter bekommen etwas mehr. Azubis erhalten ein einheitliches Urlaubsgeld von 700 Euro. Im Eintritts- und Abschlussjahr wird es anteilig berechnet. Mehr zu den Sonderzahlungen finden Sie hier.

In den Entgeltgruppen 5 bis 12 existieren Stufen, die man mit der Zeit erreicht. Auf diese Weise wird Berufserfahrung mit mehr Geld innerhalb derselben Gruppe honoriert. Nach sechs Tätigkeitsjahren ist die höchste Entgeltstufe erreicht. Danach kann das Gehalt nur durch eine Höhergruppierung steigen. Diese erreicht man durch eine höher qualifizierte oder verantwortungsvollere Tätigkeit. Und natürlich verhandeln Arbeitgeber und Gewerkschaft regelmäßig über Tariferhöhungen für die Mitarbeiter der Branche.

Die Qualifizierung wirkt sich positiv aus, wenn sie für den Job konkret benötigt wird. Ändern sich die Aufgaben nach dem Abschluss nicht, bleibt auch das Gehalt gleich. Wenn doch, wird der Arbeitnehmer höher eingruppiert. Ein Beispiel: Nach dem Meister-Lehrgang leitet der Chemikant nun eine Schicht. Dadurch steigt er von der Entgeltgruppe E6 in E7 und bekommt monatlich ca. 130 Euro brutto mehr.

Das sogenannte Chemie-Modell beruht auf dem Prinzip der sogenannten Bruttoentgeltumwandlung. Jedem Vollzeitbeschäftigten steht dazu jährlich ein Grundbetrag von 478,57 Euro zu. Obendrauf gibt es 134,98 Euro Förderung für den Aufbau einer zusätzlichen Altersversorgung. Dadurch können Arbeitnehmer also jedes Jahr bis zu 614 Euro in die Altersvorsorge investieren, ohne dass sich ihr Nettoeinkommen verringert. Wollen sie noch mehr investieren, legt der Arbeitgeber 13 Euro für jede weiteren 100 Euro drauf, die der Arbeitnehmer aus dem eigenen Entgelt umwandelt – bis zu einer gesetzlich festgelegten Obergrenze. In vielen Unternehmen wird auch der Demografie-Betrag von bis zu 750 Euro eingesetzt, um die Altersvorsorge zu stärken.

Das Urlaubsgeld ist eine zusätzliche Zahlung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer. Es kann unabhängig vom Urlaub zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgezahlt werden oder zusammen mit dem tatsächlichen Urlaub.