Die wichtigsten Fragen kurz beantwortet

Hier finden Sie Antworten der Chemie-Arbeitgeber auf viele Fragen, die Mitarbeiter und Unternehmen unserer Branche bewegen. Unsere Antworten sind verständlich aufbereitet und greifen aktuelle Entwicklungen auf, die in den Betrieben diskutiert werden.

 

Das sogenannte Chemie-Modell beruht auf dem Prinzip der sogenannten Bruttoentgeltumwandlung. Jedem Vollzeitbeschäftigten steht dazu jährlich ein Grundbetrag von 478,57 Euro zu. Obendrauf gibt es 134,98 Euro Förderung für den Aufbau einer zusätzlichen Altersversorgung. Dadurch können Arbeitnehmer also jedes Jahr bis zu 614 Euro in die Altersvorsorge investieren, ohne dass sich ihr Nettoeinkommen verringert. Wollen sie noch mehr investieren, legt der Arbeitgeber 13 Euro für jede weiteren 100 Euro drauf, die der Arbeitnehmer aus dem eigenen Entgelt umwandelt – bis zu einer gesetzlich festgelegten Obergrenze. In vielen Unternehmen wird auch der Demografie-Betrag von bis zu 750 Euro eingesetzt, um die Altersvorsorge zu stärken.

Zunächst einmal profitieren die Beschäftigten direkt vom digitalen Wandel, etwa mit einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch die Nutzung flexibler Arbeitsformen oder durch den Wegfall körperlicher oder monotoner Arbeiten infolge weiterer Automatisierung. Die Unternehmen haben ein großes Interesse daran, ihre Mitarbeiter auf dem Weg in die digitale Arbeitswelt mitzunehmen. Gleichzeitig sind die Beschäftigten gefordert, sich eigenverantwortlich auf den Wandel einzustellen, etwa durch mehr Anstrengungen in der Bildung. Im Dialogprozess WORK@industry4.0 arbeiten Chemie-Arbeitgeber und die Gewerkschaft IG BCE gemeinsam daran, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Themen sind Arbeitszeit und Arbeitsort, Gutes und Gesundes Arbeiten, Weiterbildung und Führung: www.work-industry40.de.

Nein. Die Unternehmen halten die gesetzlichen Bestimmungen zum Arbeitnehmerdatenschutz ein. Das schließt eine ständige Überwachung der Mitarbeiter aus. Zudem regeln Betriebsrat und Unternehmensleitung oft gemeinsam über zusätzliche Betriebsvereinbarungen, wie der Datenschutz vor Ort gewährleistet wird.

An erster Stelle sind es die Unternehmen und Mitarbeiter selbst, die den digitalen Wandel gestalten – mit neuen Geschäftsmodellen, guten Ideen und Mut zur Veränderung. Wenn es konkret um die Arbeitswelt 4.0 geht, spielen zudem die Sozialpartner eine wichtige Rolle. Chemie-Arbeitgeber und die Gewerkschaft IG BCE haben eine Dialogplattform eingerichtet, in der die wichtigsten Themen gemeinsam besprochen werden: Arbeitszeit und Arbeitsort, Gutes und Gesundes Arbeiten, Bildung und Führung (www.work-industry40.de).

Selten ging es Deutschland so gut wie heute. Rekordbeschäftigung und steigende Löhne sind der Beweis, dass die Menschen in unserem Land von der guten wirtschaftlichen Lage profitieren. In der chemischen Industrie sind die Löhne innerhalb von zehn Jahren um 27 Prozent gestiegen. Real haben die Chemie-Beschäftigten heute 15 Prozent mehr Geld im Portemonnaie als noch 2007. Kaum ein Land hat zudem ein solch ausgeprägtes soziales Netz wie Deutschland. Damit uns diese guten Voraussetzungen erhalten bleiben, brauchen wir weniger Regulierung, mehr Flexibilität und mehr Raum für Innovationen. Denn soziale Gerechtigkeit ist ohne eine starke Wirtschaft nicht zu haben.

Auf tariflicher Ebene haben die Chemie-Sozialpartner eine Reihe von Vereinbarungen getroffen, die die Beschäftigten besser stellen als es die gesetzlichen Vorgaben verlangen - angefangen bei 30 statt 24 Urlaubstagen über eine bessere Absicherung im Krankheitsfall durch einen Arbeitgeberzuschuss zum Krankengeld bis zu einem Zuschuss zum Kurzarbeitergeld. Auch die demografische Entwicklung haben wir im Blick: Über die betrieblichen Demografiefonds haben die Arbeitgeber insgesamt bereits weit mehr als eine Milliarde Euro investiert, mit denen Maßnahmen zur Gestaltung des demografischen Wandels finanziert werden, etwa Altersteilzeit, Gesundheitsvorsorge oder eine an den Lebensphasen der Mitarbeiter orientierte Arbeitszeitgestaltung. Im Alter sind die Beschäftigten ebenfalls besser abgesichert: Etwa 80 Prozent der Mitarbeiter in der chemischen Industrie nutzen bereits die tarifliche Altersvorsorge auf Basis des Tarifvertrags