Die wichtigsten Fragen kurz beantwortet

Hier finden Sie Antworten der Chemie-Arbeitgeber auf viele Fragen, die Mitarbeiter und Unternehmen unserer Branche bewegen. Unsere Antworten sind verständlich aufbereitet und greifen aktuelle Entwicklungen auf, die in den Betrieben diskutiert werden.

 

Die Integration von Flüchtlingen stellt den deutschen Arbeitsmarkt vor eine der größten Herausforderungen der letzten Jahre. Diese Aufgabe wird Politik, Arbeitgeber und Arbeitnehmer langfristig fordern. Eine erfolgreiche Integration setzt voraus, dass die Menschen ihren Lebensunterhalt durch Arbeit verdienen können. Erste Erfahrungen mit der Integration von Flüchtlingen in den Unternehmen zeigen, wie groß diese Herausforderung ist. Bei ihrer Bewältigung müssen die unterschiedlichen Stärken der deutschen Wirtschaft genutzt werden. Gerade für international aufgestellte Industriebranchen, deren weltweiter Erfolg auf dem hohen Qualifikationsniveau ihrer Beschäftigten basiert, wird es sehr schwierig, reguläre Arbeitsplätze ohne oder mit niedrigen Anforderungen anzubieten. In der Chemie- und Pharmaindustrie gibt es solche Tätigkeiten kaum noch. Wir konzentrieren unser Engagement für die Integration von Flüchtlingen deshalb auf die Bereiche, in denen wir langfristig die größten Erfolge erwarten können: Das ist insbesondere die Ausbildungsvorbereitung von Flüchtlingen mit Bleibeperspektive in Deutschland. So haben die Unternehmen Initiativen gestartet, um Flüchtlinge auf eine Ausbildung vorzubereiten. Diesem Zweck dienen auch die bewährten Programme „Start in den Beruf“ und „StartPlus“ der Chemie-Sozialpartner.

Als international agierende Hightech-Industrie setzt die Chemie auf qualifiziertes Fachpersonal entlang der gesamten Wertschöpfungskette, ob Facharbeiter, Meister, Techniker oder Akademiker. Die Belegschaften in der Chemie-Branche verfügen über ein im Industrievergleich hohes Qualifikationsniveau. Fast 9 von 10 Chemie-Beschäftigten haben eine duale Ausbildung oder eine höhere Qualifikation. Was den fachlichen Hintergrund angeht, haben zwei Drittel der Beschäftigten  eine MINT-Qualifikation – dies gilt sowohl im beruflichen als auch im akademischen Beschäftigtensegment. Nach der Ausbildung ist mit der beruflichen Entwicklung noch lange nicht Schluss: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten in der Chemiebranche, sich weiterzubilden und einen Schritt vorwärts zu gelangen, darunter Zertifikatslehrgänge, Aufstiegsfortbildungen, Meister-Fortbildungen oder ein berufsbegleitendes Bachelor-Studium. Eine Übersicht der Entwicklungschancen und der konkreten Wege, sie zu nutzen, bietet der Berufskompass Chemie: www.berufskompass-chemie.de

Gerade auf dem Gebiet der Weiterbildung investiert die Chemie mit rund 1.300 Euro pro Mitarbeiter und Jahr deutlich mehr in ihre Beschäftigten als der Durchschnitt des Verarbeitenden Gewerbes (1.169 Euro). Dies lässt sich auch an der Weiterbildungsbeteiligung ablesen: 91,3 Prozent der Chemie-Unternehmen haben ihre Mitarbeiter im Jahr 2013 weitergebildet (Verarbeitendes Gewerbe: rund 84 Prozent). Hauptmotive für das Weiterbildungsengagement sind der Erwerb neuer Kompetenzen, die Erhöhung der Motivation und Arbeitszufriedenheit sowie die langfristige Bindung von Mitarbeitern. Die Gedankenspiele des Arbeitsministeriums, die Bundesagentur für Arbeit zu einer Art 'Bundesweiterbildungsbehörde' umzubauen, führen aber zu weit: Weiterbildung muss vom betrieblichen Bedarf her gedacht werden, denn die Qualifizierung der Beschäftigten ist so vielfältig wie die Beschäftigten selbst.

Auf tariflicher Ebene haben die Chemie-Sozialpartner eine Reihe von Vereinbarungen getroffen, die die Beschäftigten besser stellen als es die gesetzlichen Vorgaben verlangen - angefangen bei 30 statt 24 Urlaubstagen über eine bessere Absicherung im Krankheitsfall durch einen Arbeitgeberzuschuss zum Krankengeld bis zu einem Zuschuss zum Kurzarbeitergeld. Auch die demografische Entwicklung haben wir im Blick: Über die betrieblichen Demografiefonds haben die Arbeitgeber insgesamt bereits weit mehr als eine Milliarde Euro investiert, mit denen Maßnahmen zur Gestaltung des demografischen Wandels finanziert werden, etwa Altersteilzeit, Gesundheitsvorsorge oder eine an den Lebensphasen der Mitarbeiter orientierte Arbeitszeitgestaltung. Im Alter sind die Beschäftigten ebenfalls besser abgesichert: Etwa 80 Prozent der Mitarbeiter in der chemischen Industrie nutzen bereits die tarifliche Altersvorsorge auf Basis des Tarifvertrags