Die wichtigsten Fragen kurz beantwortet

Hier finden Sie Antworten der Chemie-Arbeitgeber auf viele Fragen, die Mitarbeiter und Unternehmen unserer Branche bewegen. Unsere Antworten sind verständlich aufbereitet und greifen aktuelle Entwicklungen auf, die in den Betrieben diskutiert werden.

 

Selten ging es Deutschland so gut wie heute. Rekordbeschäftigung und steigende Löhne sind der Beweis, dass die Menschen in unserem Land von der guten wirtschaftlichen Lage profitieren. In der chemischen Industrie sind die Löhne innerhalb von zehn Jahren um 27 Prozent gestiegen. Real haben die Chemie-Beschäftigten heute 15 Prozent mehr Geld im Portemonnaie als noch 2007. Kaum ein Land hat zudem ein solch ausgeprägtes soziales Netz wie Deutschland. Damit uns diese guten Voraussetzungen erhalten bleiben, brauchen wir weniger Regulierung, mehr Flexibilität und mehr Raum für Innovationen. Denn soziale Gerechtigkeit ist ohne eine starke Wirtschaft nicht zu haben.

Nein. Die Agenda 2010 hat die deutsche Wirtschaft besser und wettbewerbsfähiger gemacht. Auch dank der Agenda-Politik feiern wir Jahr für Jahr neue Beschäftigungsrekorde. Damit das so bleibt, müssen wir weiterhin den Anspruch haben, Arbeitslose möglichst schnell in Jobs zu bringen – statt die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes zu erhöhen. Denn das würde die Sozialausgaben weiter in die Höhe treiben. Und die steigen in Deutschland schon seit fünf Jahren schneller als die Wirtschaftsleistung.

Die Krisen der letzten Jahre haben die Europäische Union auf die Probe gestellt wie selten zuvor. Nicht immer hat die EU dabei ein gutes Bild abgegeben, etwa beim Umgang mit Flüchtlingen oder in der anhaltenden Schuldenkrise. Der Rückhalt der EU bei ihren Bürgern scheint zu schwinden; anti-europäische Kräfte haben dadurch Auftrieb erhalten. Um Europa wieder zu stärken, müssen wir besser erklären, dass Frieden, Freiheit und Wohlstand für die Menschen nicht selbstverständlich, sondern Ergebnisse der europäischen Einigung sind. Allerdings sollte die EU auch nicht alles regeln, sondern nur dort aktiv werden, wo möglichst viele davon profitieren, zum Beispiel bei der Gestaltung des Binnenmarktes.

Derzeit beträgt der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung 14,6 Prozent. Diesen Beitrag tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte. Darüber hinaus müssen Krankenkassen einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag von den Beschäftigten erheben, wenn ihre Einnahmen aus dem Gesundheitsfonds nicht zur Deckung ihrer Ausgaben reichen. Im Schnitt liegt dieser derzeit bei 1,1 Prozent. Die Arbeitgeber kommen hingegen alleine für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall auf. Zuletzt (2015) waren dies 54,2 Mrd. Euro, das entspricht 4,6 Beitragspunkten. Die alternde Bevölkerung und der medizinische Fortschritt werden die Gesundheitsausgaben künftig weiter in die Höhe treiben:  Selbst bei gleichbleibendem Leistungsniveau ist mit einer deutlichen Erhöhung der Beitragssätze auf 19,2 Prozent bis 2040 zu rechnen – eine Entwicklung, die Arbeitnehmer wie Arbeitgeber gleichermaßen trifft. Der Problemdruck im System der gesetzlichen Krankenversicherung bleibt bestehen. Deshalb ist Wettbewerb zwischen den Krankenkassen so wichtig. Dieser Wettbewerb wird derzeit über den arbeitnehmerfinanzierten Zusatzbeitrag erzeugt und muss dringend erhalten bleiben.

Die Einschränkung von Befristungen schafft nicht mehr unbefristete Jobs; sie führt lediglich dazu, dass befristete Jobs gar nicht mehr angeboten werden und damit vielen Menschen dieser Einstieg in den Arbeitsmarkt nicht mehr offensteht. Zudem sollte man die Relationen kennen: Befristungen machen nicht einmal zehn Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse aus. Nur ein Bruchteil davon erfolgt ohne Sachgrund. Hinzu kommt, dass fast 40 Prozent der befristet Beschäftigten nach Ablauf der Befristung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden. Das zeigt: Oft ist die Befristung ein Sprungbrett für einen unbefristeten Stammarbeitsplatz. Auch die sachgrundlose Befristung ist ein wichtiger Beitrag zur Flexibilität der Wirtschaft: Sie baut Einstellungshürden ab und erhöht die Chancen auf einen dauerhaften Arbeitsplatz. Befristungen sind nicht zuletzt Ausdruck unternehmerischer Freiheit, die nicht eingeschränkt werden darf.