Die wichtigsten Fragen kurz beantwortet

Hier finden Sie Antworten der Chemie-Arbeitgeber auf viele Fragen, die Mitarbeiter und Unternehmen unserer Branche bewegen. Unsere Antworten sind verständlich aufbereitet und greifen aktuelle Entwicklungen auf, die in den Betrieben diskutiert werden.

 

Bei den tarifvertraglich vereinbarten Urlaubsgeldern schwanken die Leistungen zwischen 155 und 2.355 Euro in der mittleren Vergütungsgruppe. Die Beschäftigten in der Landwirtschaft sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe bekamen zuletzt mit gut 200 Euro in West- und zwischen 155 und 190 Euro in Ostdeutschland den geringsten Zuschuss zur Urlaubskasse. In der Holz- und Kunststoffindustrie lagen die Sonderzahlungen mit bis zu 2.355 Euro am höchsten.

Viele Branchen haben ihr Urlaubsgeld zuletzt erhöht. Besonders viel haben die Chemie-Arbeitgeber aufgeschlagen: Nach einer Erhöhung von 614 auf 1.200 Euro jährlich durch den Tarifabschluss 2018 können Arbeitnehmer mit fast doppelt so viel Budget an ihre Urlaubsplanung gehen.

Beim Weihnachtsgeld wird meist ein fester Prozentsatz vom regulären Monatseinkommen bezahlt. Grundsätzlich ist die Zahlung von Weihnachtsgeld in den meisten Wirtschaftszweigen tarifvertraglich festgehalten. Dort, wo die Tarifabschlüsse dieses Jahr höher ausgefallen sind, steigen auch die tariflichen Weihnachtsgelder stärker.

In der chemischen Industrie wird das Zusatzentgelt zum Jahresende als Jahresleistung bezeichnet. Sie liegt bei 95 Prozent des monatlichen Tarifentgelts. Nach der jüngsten Tarifeinigung, die die Entgelte für eine Laufzeit von 15 Monaten um 3,6 Prozent erhöht, steigt also auch die Jahresleistung entsprechend.

Alle Ergebnisse der Chemie-Tarifrunde 2018 finden Sie in unserer Analyse.

Für die Tarif-Mitarbeiter der Chemie zahlt der Arbeitgeber über das Urlaubsgeld und die Jahresleistung hinaus jährlich 750 Euro pro Kopf in den tariflich vereinbarten Demografiefonds ein. Dieser Betrag fließt auf Grundlage einer freiwilligen Betriebsvereinbarung in die Finanzierung eines oder mehrerer der folgenden Zwecke ein: Langzeitkonten, Altersteilzeit, Teilrente, Berufsunfähigkeitszusatzversicherung, tarifliche Altersvorsorge, reduzierte Vollzeit mit z. B. 80 Prozent Arbeitszeit, Gesundheitsvorsorge.

Außerdem gibt es in der Chemie einen Anspruch auf tarifliche Altersvorsorge: Das sogenannte Chemie-Modell beruht auf dem Prinzip der sogenannten Bruttoentgeltumwandlung. Jedem Vollzeitbeschäftigten steht dazu jährlich ein Grundbetrag von 478,57 Euro zu. Obendrauf gibt es 134,98 Euro Förderung für den Aufbau einer zusätzlichen Altersversorgung. Dadurch können Arbeitnehmer also jedes Jahr bis zu 614 Euro in die Altersvorsorge investieren, ohne dass sich ihr Nettoeinkommen verringert. Wollen sie noch mehr investieren, legt der Arbeitgeber 13 Euro für jede weiteren 100 Euro drauf, die der Arbeitnehmer aus dem eigenen Entgelt umwandelt – bis zu einer gesetzlich festgelegten Obergrenze. In vielen Unternehmen wird auch der Demografie-Betrag von bis zu 750 Euro eingesetzt, um die Altersvorsorge zu stärken.

Zunächst einmal profitieren die Beschäftigten direkt vom digitalen Wandel, etwa mit einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch die Nutzung flexibler Arbeitsformen oder durch den Wegfall körperlicher oder monotoner Arbeiten infolge weiterer Automatisierung. Die Unternehmen haben ein großes Interesse daran, ihre Mitarbeiter auf dem Weg in die digitale Arbeitswelt mitzunehmen. Gleichzeitig sind die Beschäftigten gefordert, sich eigenverantwortlich auf den Wandel einzustellen, etwa durch mehr Anstrengungen in der Bildung. Im Dialogprozess WORK@industry4.0 arbeiten Chemie-Arbeitgeber und die Gewerkschaft IG BCE gemeinsam daran, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Themen sind Arbeitszeit und Arbeitsort, Gutes und Gesundes Arbeiten, Weiterbildung und Führung: www.work-industry40.de.

Als international agierende Hightech-Industrie setzt die Chemie auf qualifiziertes Fachpersonal entlang der gesamten Wertschöpfungskette, ob Facharbeiter, Meister, Techniker oder Akademiker. Die Belegschaften in der Chemie-Branche verfügen über ein im Industrievergleich hohes Qualifikationsniveau. Fast 9 von 10 Chemie-Beschäftigten haben eine duale Ausbildung oder eine höhere Qualifikation. Was den fachlichen Hintergrund angeht, haben zwei Drittel der Beschäftigten  eine MINT-Qualifikation – dies gilt sowohl im beruflichen als auch im akademischen Beschäftigtensegment. Nach der Ausbildung ist mit der beruflichen Entwicklung noch lange nicht Schluss: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten in der Chemiebranche, sich weiterzubilden und einen Schritt vorwärts zu gelangen, darunter Zertifikatslehrgänge, Aufstiegsfortbildungen, Meister-Fortbildungen oder ein berufsbegleitendes Bachelor-Studium. Eine Übersicht der Entwicklungschancen und der konkreten Wege, sie zu nutzen, bietet der Berufskompass Chemie: www.berufskompass-chemie.de

Gerade auf dem Gebiet der Weiterbildung investiert die Chemie mit rund 1.300 Euro pro Mitarbeiter und Jahr deutlich mehr in ihre Beschäftigten als der Durchschnitt des Verarbeitenden Gewerbes (1.169 Euro). Dies lässt sich auch an der Weiterbildungsbeteiligung ablesen: 91,3 Prozent der Chemie-Unternehmen haben ihre Mitarbeiter im Jahr 2013 weitergebildet (Verarbeitendes Gewerbe: rund 84 Prozent). Hauptmotive für das Weiterbildungsengagement sind der Erwerb neuer Kompetenzen, die Erhöhung der Motivation und Arbeitszufriedenheit sowie die langfristige Bindung von Mitarbeitern. Die Gedankenspiele des Arbeitsministeriums, die Bundesagentur für Arbeit zu einer Art 'Bundesweiterbildungsbehörde' umzubauen, führen aber zu weit: Weiterbildung muss vom betrieblichen Bedarf her gedacht werden, denn die Qualifizierung der Beschäftigten ist so vielfältig wie die Beschäftigten selbst.

Auf tariflicher Ebene haben die Chemie-Sozialpartner eine Reihe von Vereinbarungen getroffen, die die Beschäftigten besser stellen als es die gesetzlichen Vorgaben verlangen - angefangen bei 30 statt 24 Urlaubstagen über eine bessere Absicherung im Krankheitsfall durch einen Arbeitgeberzuschuss zum Krankengeld bis zu einem Zuschuss zum Kurzarbeitergeld. Auch die demografische Entwicklung haben wir im Blick: Über die betrieblichen Demografiefonds haben die Arbeitgeber insgesamt bereits weit mehr als eine Milliarde Euro investiert, mit denen Maßnahmen zur Gestaltung des demografischen Wandels finanziert werden, etwa Altersteilzeit, Gesundheitsvorsorge oder eine an den Lebensphasen der Mitarbeiter orientierte Arbeitszeitgestaltung. Im Alter sind die Beschäftigten ebenfalls besser abgesichert: Etwa 80 Prozent der Mitarbeiter in der chemischen Industrie nutzen bereits die tarifliche Altersvorsorge auf Basis des Tarifvertrags