Artikel veröffentlicht am  08.01.2019

Soziales Engagement in der Chemie

Soziales Engagement von Jenapharm

© Jenapharm GmbH & Co. KG

Sie engagieren sich für Mitmenschen in aller Welt, für Sozial- und Umweltprojekte und für die Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses: Chemie- und Pharmaunternehmen in Deutschland und ihre Mitarbeiter bringen sich auf vielfältige Weise gesellschaftlich ein. Weil es zu ihrem Selbstverständnis gehört, etwas zurückzugeben und weil sie gute Bedingungen nicht nur in den Betrieben fördern wollen. Beispielhaftes soziales Engagement haben wir in dieser Übersicht zusammengestellt:

Unterstützung für Sozialunternehmen

Die Initiative „Making More Health“ (MMH) unterstützt auf der ganzen Welt am Gemeinwohl orientierte Firmen aus dem Gesundheitsbereich. Boehringer Ingelheim hat MMH 2010, zum 125. Firmenjubiläum, ins Leben gerufen und betreibt sie gemeinsam mit dem internationalen Sozialunternehmer-Netzwerk Ashoka. Dazu gehört ein breites Angebot an Leadership- und Jugendprogrammen an Universitäten sowie interne Möglichkeiten für Mitarbeiter, sozialunternehmerisch aktiv zu werden. Zudem werden in zwei Projektregionen in Indien und Kenia Aktivitäten gebündelt.

 

Ein Zehntel der rund 50 000 Beschäftigten des Pharmaherstellers weltweit hat sich bereits an der Initiative beteiligt: mit Sachspenden für die lokalen Projekte, aber vor allem mit Knowhow-Transfer, persönlichem Engagement vor Ort und Vermittlung wichtiger Kontakte. MMH ist bei Boehringer Ingelheim inzwischen zu einer Bewegung über unterschiedlichste Funktionen, Abteilungen und Länder hinweg herangewachsen. Das Unternehmen sieht die Initiative auch als Beitrag zur Innovationskultur: „Man lernt, was wirklich aus Sicht der betroffenen gesellschaftlichen Randgruppen benötigt wird und welche Herausforderungen es zu überwinden gilt. Nicht-gewinnorientierte Organisationen und NGOs sind Meister des Engagements und finden kreative Wege, mit wenig Mitteln viel zu erreichen“, sagt MMH-Leiterin Manuela Pastore. Die Erfahrungen aus den Projekten fließen direkt oder indirekt in den Berufsalltag ein und münden oft in neuartige Dienstleistungen, die sonst nicht entstanden wären.

Making More Health von Boehringer Ingelheim

© Alessandro Balzarin

Aufklärung über Diabetes-Risiko

Viele Menschen wissen nicht um ihr Risiko, an Diabetes zu erkranken. Und viele Diabetes-Patienten haben keine gut eingestellten Blutzuckerwerte. Seit 2005 führt Sanofi deshalb jedes Jahr die Aufklärungskampagne „Wissen, was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ durch.  Die Zahl 7 ist der Richtwert für den Langzeitblutzucker. Bei den bundesweiten Aktionstagen können Besucher sich über die Volkskrankheit informieren und einen Risikocheck machen lassen. Neben Fragen zum Lebensstil beinhaltet der Check Messungen von Taillenumfang, Blutdruck und Blutzucker. Die Mehrheit der Teilnehmer ist nicht an Diabetes erkrankt, doch die Auswertung zeigt, dass die Hälfte von ihnen in den nächsten zehn Jahren gefährdet ist – wenn sie nichts an ihrer Lebensweise ändert. Seit Beginn der Kampagne gab es mehr als 750.000 Besucher an 54 Standorten und mehr als 35.000 ausgewertete Risikochecks. Das Pharmaunternehmen mit Deutschlandzentrale in Frankfurt kooperiert bei dieser Initiative mit Fachgesellschaften, Patientenorganisationen, Krankenkassen und Medien.

Diabetes-Aufklärung mit Sanofi

© Sanofi

Experimentierkisten für kleine Forscher

Was ist eine chemische Substanz und wie weise ich sie nach? Damit Kinder solchen wissenschaftlichen Fragen nachgehen können, sponsert Ineos seit 2008 Kisten voller Material für naturwissenschaftliche Experimente an 34 Grund- und weiterführende Schulen im Umkreis des Kölner Standorts. Das Engagement des Petrochemieunternehmens ist Teil der bundesweiten Initiative TuWaS! (Technik und Naturwissenschaften an Schulen). Die Kinder an den Partnerschulen können mehr über Wetterphänomene, Magnete, Mikrowellen oder elektrische Stromkreise erfahren, lernen nebenbei, wie man ein Experiment plant und ein Laborbuch führt. Die Kisten werden von der Freien Universität Berlin ausgestattet und regelmäßig aufgefüllt. Die Lehrkräfte erhalten eine gezielte Fortbildung. Der Rohstoffproduzent für die chemische Industrie stattet die kleinen Forscher auch mit echten Laborkitteln und Sicherheitsbrillen aus. „TuWas! ist das beste MINT-Konzept für Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren“, sagt die Leiterin der Ineos-Unternehmenskommunikation, Anne-Gret Iturriaga Abarzua: „Es gibt ihnen die Möglichkeit, sich Gedanken über ihre Umwelt zu machen und Fragen zu stellen, ohne sofort eine Antwort zu bekommen. Im Grunde arbeiten sie wissenschaftlich.“

Experimentieren für die Forscher der Zukunft

© Ineos

Schulen für Opfer von Naturkatastrophen

Mit einer spontanen Spende für die zerstörten asiatischen Küstengegenden fing es an. 2004 fegte ein verheerender Tsunami über Sri Lanka hinweg. Tausende verloren ihr Leben oder ihre wirtschaftliche Existenzgrundlage. Die Mitarbeiter von Wacker  spendeten daraufhin 100.000 Euro für die Opfer, das Münchner Chemieunternehmen setzte weitere 150.000 Euro drauf. Gleichzeitig wurde die Stiftung Wacker Hilfsfonds  gegründet, die seitdem Opfer von Naturkatastrophen weltweit unterstützt. Alle Funktionen im Hilfsfonds sind ehrenamtlich besetzt, sodass keine Verwaltungskosten anfallen. Neben den Einzelspenden stiften mehr als 4500 Mitarbeiter die Cent-Beträge auf ihrer monatlichen Gehaltsabrechnung. Im Nachgang verdoppelt Wacker die gespendeten Beträge, sodass der Stiftung jährlich mehr als 50.000 Euro zufließen.

Der Fokus der Hilfe liegt auf dem Wiederaufbau und der Unterstützung beim Betrieb von Schulen und Ausbildungsstätten, etwa auf Sri Lanka und in Haiti. Der Wacker Hilfsfonds finanzierte zudem mehrere Projekte nach Erdbeben und Überschwemmungen in China, Nepal und Pakistan. Als das Jahrhunderthochwasser 2016 Teile von Niederbayern verwüstete, erhielten viele Flutopfer ebenfalls Unterstützung von der Stiftung, wie zuvor schon die Betroffenen der großen Elbflut im Jahr 2013.

Der Wacker Hilfsfonds unterstützt den Wiederaufbau von Schulen

© Wacker Chemie AG

Exzellenzpreise für gute MINT-Leistungen

Abiturienten und Abiturientinnen aus der Uckermark können sich durch herausragende Leistungen in den Naturwissenschaften und soziales Engagement den Exzellenz-Preis von PCK verdienen. Die Raffinerie in Schwedt vergibt seit 2010 jedes Jahr sechs Preise, jeweils mit 1200 Euro dotiert. Eine Jury des Unternehmens prüft die Bewerbungen. Die Schüler müssen sehr gute Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern haben, an Mathematik-, Chemie- oder Biologiewettbewerben teilgenommen und gesellschaftliches Engagement vorzuweisen haben, zum Beispiel Nachhilfeunterricht geben oder die Jüngeren im Sportverein trainieren. Drei der Auszeichnungen sind für Schüler am Standort Schwedt/Angermünde reserviert. „Ich finde es beeindruckend, wie kompetent die Abiturienten in der Uckermark sind“, freute sich Geschäftsführer Wulf Spitzley über die hervorragenden Bewerbungen 2018.

Um mehr junge Leute für die Naturwissenschaften zu begeistern, fängt PCK aber auch schon bei den Kleinen an: Das Unternehmen mit rund 1100 Mitarbeitern lädt Mädchen und Jungen von den örtlichen Schulen ein, im Chemielabor und der Elektrowerkstatt zu experimentieren. Die PCK-Azubis gehen auch selbst in Kindergärten und Grundschulen und führen einfache naturwissenschaftliche Experimente durch.

Die Preisträger des MINT Exzellenzpreises

© PCK Raffinerie GmbH

Die Stadt verschönern

Jedes Jahr wird an einem Septembertag in Jena geschraubt, gestrichen, geerntet, gepflanzt und geputzt, was das Zeug hält. Der Freiwilligentag ist seit 2004 eine Institution in der thüringischen Stadt und Jenapharm ist seit fünf Jahren sein Hauptsponsor. Die Bayer-Tochter ist Marktführer bei Produkten für die Frauengesundheit und unterstützt soziale Projekte am Standort mit rund 30.000 Euro im Jahr, etwa den Freiwilligentag der Bürgerstiftung Jena und den Verein „Tausend Taten“.

Auch die Mitarbeiter des Pharmaproduzenten können sich nach Wunsch an einer der jedes Mal etwa 35 Mitmachaktionen des Freiwilligentags beteiligen. Die Freiwilligen reparieren zum Beispiel Fahrräder, ernten die Äpfel einer alten Obstbaumwiese und pressen sie zu Saft, reinigen die Stadt, sähen Blumen für die Bienen, gehen mit Senioren spazieren oder verschönern Kindergärten. Die Vereine und Organisationen gewinnen auf diese Weise viele helfende Hände für ein konkretes Projekt und eventuell neue Mitglieder. Olaf Gerber, Geschäftsführer von Jenapharm, zeigte sich beeindruckt von dem großen ehrenamtlichen Engagement der Jenaer: „Es ist wichtig, diese Bereitschaft weiter zu fördern.“

Jenapharm-Mitarbeiter verschönern Jena

© Jenapharm GmbH & Co. KG

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