Grafik veröffentlicht am  12.07.2018

Arbeitgeber Chemie

Gute Bezahlung, Perspektiven und Sicherheit – Wertschätzung für Mitarbeiter ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen. Und das nicht nur in Zeiten des Fachkräftemangels. Die Unternehmen in der chemischen Industrie leisten viel für ihre Beschäftigten: von der betrieblichen Altersvorsorge über Flexibilisierungsoptionen bis hin zur Weiterbildung.

Im Jahr 2016 haben 93,4 Prozent der Chemieunternehmen ihren Beschäftigten weitergebildet. 2013 waren es noch 91,3 Prozent. Die Investitionsbereitschaft für die Qualifizierung der Belegschaft liegt in der Chemie über dem Durchschnitt aller Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes (83,9 Prozent).

In der Chemiebranche gibt es über 50 verschiedene Ausbildungsberufe und zahlreiche duale Studienangebote. Im Jahr 2017 hat die Branche 9.417 Ausbildungsplätze angeboten, 200 mehr als im Vorjahr. Darin enthalten sind auch Förderprogramme für Jugendliche mit besonderem Entwicklungsbedarf. Rund 90 Prozent der Auszubildenden werden nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss übernommen.

Die tariflichen Sozialpartner haben in den vergangenen Jahren verschiedene Instrumente der Flexibilisierung vereinbart. So wurden passgenaue Lösungen in den Flächentarifverträgen geschaffen. Damit verfügen die Chemieunternehmen im Bedarfsfall über umfassende Kosten- und Arbeitszeitspielräume.

Seit nunmehr zehn Jahren gibt es den Demografiefonds. Er ist ein zentrales Element des Tarifvertrags „Lebensarbeitszeit und Demografie“ (TV Demo). In diesem Topf werden die vom Arbeitgeber geleisteten Demografiebeträge für die Tarifmitarbeiter gesammelt. Die Mittel werden zur Lösung betriebsindividueller Herausforderungen genutzt, die durch den demografischen Wandel in den Unternehmen bestehen.

Eine betriebliche Altersvorsorge als ergänzende Absicherung bleibt für Arbeitnehmer weiter wichtig. Die Tarifpartner der chemischen Industrie haben frühzeitig auf Lücken der Versorgung im Alter reagiert: Seit vielen Jahren wird der Aufbau einer zusätzlichen kapitalgedeckten Altersvorsorge tariflich gefördert. Sowohl in kleineren und mittelständischen als auch in Großunternehmen wird die tarifliche Altersvorsorge stark genutzt.

Die Beschäftigten in der Chemie- und Pharmaindustrie gehören schon heute zu den Topverdienern des Verarbeitenden Gewerbes: Im Durchschnitt kam ein Vollzeitbeschäftigter hier 2017 auf 67.408 Euro Bruttolohn, betrachtet man nur die Tarifbeschäftigten, waren es immer noch über 59.000 Euro. Nur in der Automobilindustrie war die Bezahlung noch geringfügig besser. Das hohe Entgeltniveau spiegelt die hohe Qualifikation der Mitarbeiter in der Chemie- und Pharmabranche und zeigt die Wertschätzung der Unternehmen für die Beschäftigten. Es verlangt aber auch Augenmaß in der Tarifpolitik. Denn weiter steigende Lohnkosten sind für die Unternehmen nur tragbar, wenn die wirtschaftliche Entwicklung absehbar gut bleibt.

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