Video veröffentlicht am  14.06.2018

Chemie-Tarifrunde: Tarifverhandlungen einfach erklärt

Mia und Lukas sind Auszubildende in der Chemiebranche und werden bereits überdurchschnittlich gut bezahlt. Bedeutet eine Tarifrunde für die beiden automatisch mehr Geld und mehr Urlaub? Wie Tarifverhandlungen funktionieren und warum eine stabile Sozialpartnerschaft gut für die Unternehmen, für die Beschäftigten und Auszubildenden ist, zeigen wir in unserem Erklärvideo.

Mia und Lukas machen eine Ausbildung in der Chemieindustrie. In der Mittagspause entdeckt Mia eine interessante Headline: „Neuer Tarifvertrag in der Chemie“. Die muss sie sofort Lukas zeigen, doch Lukas checkt lieber die Fußballergebnisse vom Wochenende. Mia versteht Lukas nicht, sie erklärt ihm, dass Tarifverträge zum Beispiel dafür sorgen, dass alle Beschäftigten gut bezahlt werden. Lukas wird hellhörig, aber was hat das jetzt im Moment mit ihm als Auszubildenden zu tun?

Eine ganze Menge, weiß Mia, denn der Tarifvertrag regelt auch die Ausbildungsvergütungen. Und dass in der Chemie schon die Azubis überdurchschnittlich bezahlt werden, das kommt nicht von ungefähr. Das liegt auch an unseren High-Tech-Produkten, mit denen wir auch weltweit ganz vorn liegen. Lukas wundert sich: „Wer verhandelt denn da? Ist die Bezahlung nicht allein Sache des Arbeitgebers?“ Eben nicht, erklärt Mia. Tarifverträge werden von der Gewerkschaft und den Arbeitgebern geschlossen, so muss nicht jeder mit seinem Chef verhandeln. Beide Seiten haben einen Verhandlungsführer, das ist viel weniger Aufwand und sorgt für ein entspanntes Klima im Betrieb.

Das Ganze läuft dann so ab: Die gewählten Arbeitnehmervertreter in den Betrieben einigen sich auf eine gemeinsame Forderung, zum Beispiel mehr Lohn. Das mündet dann in einer Forderung der Gewerkschaft, die darüber zunächst in den einzelnen Regionen mit dem Arbeitgeberverband diskutiert. Über die aktuelle Wirtschaftslage, aber vor allem auch über die Zukunft wird da gesprochen. Darüber gibt es oft verschiedene Ansichten. Nach diesen regionalen Wirtschaftsdebatten wird bundesweit für die gesamte Chemiebranche verhandelt. Die Gewerkschaft IG BCE für alle Arbeitnehmer mit dem Bundesarbeitgeberverband Chemie, dem BAVC für alle Arbeitgeber.

Debatten? Verhandlungen? Hört sich irgendwie nach Stress an, findet Lukas. Die Verhandlungen sind zwar kein Stress, aber durchaus anspruchsvoll, weiß Mia. In der Chemie gibt es eine stabile Sozialpartnerschaft. Das heißt, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine partnerschaftliche Beziehung zueinander haben. Da stimmt einfach die Chemie! Auch wenn sie oft andere Meinungen haben. Durch faire Kompromisse bleiben die Unternehmen stark genug, damit sie international mithalten und den Arbeitnehmern auch in Zukunft Stabilität und gute Löhne bieten können. Das funktioniert so gut, dass die Chemie seit Anfang der 70er-Jahre ganz ohne Streik auskommt.

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