Grafik veröffentlicht am  10.04.2019

Chemieunternehmen: Deutschland stark durch Europa

Deutsche Chemie- und Pharmaunternehmen mischen weltweit mit. Sie verkaufen und produzieren in China, den USA und Lateinamerika. Das ist das Erfolgsrezept der Branche. Ihr Heimatmarkt ist aber nach wie vor die EU. Er bestimmt entscheidend mit, wie gut die Unternehmen dastehen, sagt Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands VCI: „Das Auslandsgeschäft mit der EU trägt ganz wesentlich zum Erhalt der überdurchschnittlich gut bezahlten Arbeitsplätze der Branche bei.“

Der EU-Markt ist ein Wachstumsmotor

In der Chemieindustrie ist die europäische Integration weit vorangeschritten. Die Unternehmen sind eng mit ihren Kunden und Lieferanten in anderen Staaten vernetzt. „Das zeigt auch die rasante Entwicklung des Chemie- und Pharmahandels zwischen Deutschland und den übrigen EU-Ländern“, sagt VCI-Chef Tillmann. „Exporte und Importe haben sich seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt.“ Hinzu kommt: Die Branche macht im EU-Geschäft einen Handelsüberschuss.

Der Heimatmarkt Europa ist enorm wichtig

Die meisten ihrer Exporte liefert die Chemieindustrie in Staaten der EU: 58 Prozent! Wichtige Abnehmerländer sind die Niederlande, Frankreich, Italien und Belgien. Brummt die Konjunktur auf dem alten Kontinent, geht es auch den deutschen Firmen gut. Noch klarer wird die Bedeutung Europas durch ein Gedankenexperiment, sagt Tillmann: „Rechnet man den Inlandsabsatz der Branche zum EU-Export hinzu, erwirtschaften unsere Unternehmen 75 Prozent ihres Umsatzes in der EU.“

Das sind die Top Ten der Handelspartner

Auch ein anderer Blickwinkel macht die Bedeutung der europäischen Nachbarländer deutlich. Schaut man sich die Top Ten der Handelspartner-Staaten an, dann zeigt sich: Acht der zehn wichtigsten Länder liegen in Europa. Die Wirtschaftsgroßmächte USA und China reihen sich dabei ein zwischen Ländern wie den Niederlanden, Belgien und Irland.

Deutsche Hersteller sind in vielen Ländern Europas aktiv

Die Firmen der Branche betreiben zahlreiche Standorte im europäischen Ausland. Und investieren dort eine Menge. Im Jahr 2016 (neuere Zahlen liege noch nicht vor) hatten sie 626 Tochterfirmen in Europa. Die machten mit 138.000 Beschäftigten enorme 67,8 Milliarden Euro Umsatz. Interessant ist der Vergleich mit den Wirtschaftsriesen USA und China: In China hatten deutsche Hersteller 224 Ableger mit 53.000 Beschäftigten, in den USA 139 Töchter mit 74.000 Mitarbeitern.

EU-Länder investieren kräftig hierzulande

Ebenso investieren europäische Chemie- und Pharmahersteller in Deutschland. Über 80 Prozent der Auslandsinvestition kamen zuletzt aus Europa. Vor allem niederländische, Schweizer, französische und britische Firmen sorgen auf diese Weise für Arbeitsplätze in Deutschland. Die USA dagegen rangieren in der Statistik noch hinter Luxemburg.

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