Grafik veröffentlicht am  20.03.2019

Wirtschaftsmächte im Vergleich: Die EU, China und die USA

Nur eine starke und geeinte EU garantiert den Mitgliedsländern Chancen auf dem Weltmarkt. Wir erklären, warum die Zusammenarbeit der EU-Staaten so bedeutend ist und warum sie nur gemeinsam mit den Wirtschaftsmächten China und USA mithalten können.

Nur gemeinsam sind die EU-Länder groß

Knapp ein Sechstel der Weltbevölkerung kommt aus China, jeder 23. Erdbewohner kommt aus den USA. Aus Deutschland, dem EU-Land mit den meisten Einwohnern, kommt dagegen nur eine von 91 Personen. Auf sich allein gestellt haben die EU-Mitgliedstaaten schon aus Größengründen einen Nachteil auf dem Weltmarkt. Schließlich haben andere Länder deutlich mehr potenzielle Arbeitskräfte, um zu produzieren und Innovationen voranzutreiben. Deshalb ist die Kooperation zwischen den EU-Staaten so wichtig. Nur gemeinsam hat die EU genug Arbeitskräfte, um so viel zu produzieren, dass sie mit China und den USA mithalten und die internationale Wettbewerbsfähigkeit sichern kann.

EU-Wirtschaftskraft sichert Unabhängigkeit

Bei der Höhe des Bruttoinlandsprodukts sind die USA und China den einzelnen EU-Staaten weit voraus – zumal Chinas BIP weiterhin deutlich schneller wächst als das der Konkurrenten. Gemeinsam besitzt die EU jedoch eine Wirtschaftskraft, die es mit den anderen Ländern aufnehmen kann. Einzeln werden die EU-Mitglieder als Produktions-, Wertschöpfungs- und Beschäftigungsstandorte kaum mithalten können. Dadurch geraten sie in eine stärkere Abhängigkeit von externen Handelspartnern, was ihre Position in Verhandlungen schwächt.

Der EU-Binnenmarkt garantiert Wohlstand

Der EU-Binnenmarkt sorgt für Wohlstand und Wirtschaftswachstum in Europa. Sein Effekt ist in allen Wirtschaftsbereichen zu spüren, vom Bruttoinlandsprodukt über Handel und Beschäftigung bis zu den Unternehmensinvestitionen. In Modellierungen zeigt sich der drastische Effekt: Gäbe es keine EU, läge das BIP im EU-Durchschnitt knapp neun Prozent unter dem heutigen Wert, und die Zahl der Beschäftigten wäre gut ein Prozent niedriger. Für die Wirtschaft der USA dagegen ist die Existenz des EU-Binnenmarkts kaum von Bedeutung. Deshalb profitiert der Standort Europa auch im direkten Vergleich mit den Vereinigten Staaten vom Binnenmarkt.

 

Wichtigster Handelspartner der EU: die EU

Fast zwei Drittel des Handels der EU-Mitgliedstaaten findet innerhalb der Europäischen Union statt. Nur gut ein Drittel der von EU-Ländern gehandelten Güter verlässt den Binnenmarkt oder wird von außerhalb importiert. Das zeigt die große Bedeutung, die die EU als Zollunion für den Handel der Mitgliedsländer und die export- und importabhängigen Unternehmen hat. In kaum einer anderen Freihandelszone der Welt wird ein so großer Anteil innerhalb der Union gehandelt. So beträgt der Innenhandelsanteil der nordamerikanischen NAFTA-Länder beispielsweise rund 50 Prozent, der asiatischen ASEAN-Staaten gut 23 Prozent und der südamerikanischen MERCOSUR-Länder sogar nur rund zwölf Prozent.

Länderübergreifende EU-Produktion sichert Arbeitsplätze

Nicht nur fertige Produkte werden gehandelt. Heute ist auch schon die Produktion eine internationale Angelegenheit, sodass Einzelteile („Halbfabrikate“) von Land zu Land reisen. So wird beispielsweise der Motor eines Autos in einem Land gefertigt, aber in einem anderen Land eingebaut. Auch in der EU ist der Handel dieser halbfertigen Güter sehr ausgeprägt, da länderübergreifend produziert wird. In den Mitgliedstaaten hingen 2014 immerhin 19,9 Millionen Jobs an der Nachfrage nach Halbfabrikaten. Dies entsprach in dem Jahr knapp neun Prozent aller Arbeitsstellen in der EU. Zölle auf den Handel dieser Güter innerhalb der EU würden die Beschäftigung gefährden und damit den Wirtschaftsstandort schwächen.

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