Grafik veröffentlicht am  09.07.2019

So steht es um die Chemie-Konjunktur

Die Produktion im Abwärtstrend, kaum Impulse aus den Kundenindustrien – die Chemie-Konjunktur entwickelt sich seit Mitte 2018 wenig erfreulich. Und auch die weiteren Aussichten für das Jahr 2019 machen keinen Mut. Die wichtigsten Indikatoren und Prognosen für Chemie und Pharma.

Deutliche Rückgänge der Produktion

Unsere Branche hat im Sommer 2018 den Rückwärtsgang eingelegt. Seit Oktober 2018 liegt die Produktion der chemisch-pharmazeutischen Industrie jeden Monat unter dem entsprechenden Vorjahreswert. In den ersten sechs Monaten 2019 wurden gut 6 Prozent weniger Waren hergestellt als noch 2018. Daher fiel das Produktionsniveau inzwischen wieder auf den Stand von 2015: Die Zuwächse der vergangenen Jahre sind verflogen.

Nur eine Sparte 2018 mit einem Plus

Durchwachsen – so entwickelte sich die Produktion unserer Industrie schon 2018. Die Pharma-Sparte legte noch einmal zu. Ganz anders in der Chemie: In vier Sparten ging es spürbar abwärts. Lediglich die Fein- und Spezialchemikalien konnten ein leichtes Plus verbuchen. Unterm Strich steht bei der Chemie ein Produktionsminus von 1,5 Prozent für 2018. Der negative Trend hat sich in allen Chemie-Sparten im ersten Halbjahr 2019 fortgesetzt – und jetzt auch in der pharmazeutischen Industrie.

Schwacher Jahresbeginn 2019

Die Chemie-Konjunktur hat sich spürbar eingetrübt. Deutschlands drittgrößte Industriebranche musste im ersten Halbjahr 2019 ein kräftiges Minus von 6,5 Prozent hinnehmen, verglichen mit dem Vorjahr. Die Preise für Chemieprodukte legten zwar zuletzt leicht zu, unterm Strich aber blieb ein Umsatzminus von 4 Prozent. Besonders schwach entwickelte sich das Auslandsgeschäft mit einem Minus von 5 Prozent.

Schlechte Prognosen für 2019

Das Jahr 2019 dürfte weiter schwierig bleiben für Chemie und Pharma. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) rechnet in seiner Prognose mit einem Rückgang der Produktion im gesamten Jahr um mindestens 4 Prozent. Weil die Erzeugerpreise voraussichtlich leicht anziehen, fällt das Umsatzminus mit 3 Prozent im Gesamtjahr 2019 wohl nicht ganz so kräftig aus.

Auslandsgeschäft stockt

Die kraftlose Industriekonjunktur im Ausland erschwert die Geschäfte für die besonders exportorientierte und international verflochtene deutsche Chemieindustrie. Flau liefen ihre Geschäfte im ersten Quartal 2019 gerade auch in Europa, dem wichtigsten Absatzmarkt. Zuletzt stabilisierte sich das Europageschäft zwar wieder. Das Vorjahresniveau wurde aber deutlich verfehlt (-6,6 Prozent). Auch der wichtige Exportmarkt Nordamerika rutschte kräftig ins Minus.

Chemie und Pharma ganz hinten im Branchenvergleich

Im Branchenvergleich der Produktionsentwicklung hinkt unsere Branche klar hinterher. Vor allem im Bereich der Metall- und Elektroindustrie wuchs die Produktion seit Anfang 2010 deutlich schneller. Und auch die konjunkturelle Abkühlung seit letztem Herbst macht sich bei Chemie und Pharma noch viel stärker bemerkbar als in vielen anderen deutschen Industriebranchen.

Lohnstückkosten schaden der Wettbewerbsfähigkeit

Die weltweite Wettbewerbsfähigkeit von Chemie und Pharma in Deutschland leidet unter anderem unter stark steigenden Lohnstückkosten. Hintergrund: Die Chemie-Produktion erhöhte sich im Vergleich zum Jahre 2010 nur verhalten. Viel kräftiger jedoch stiegen die Zahl der Beschäftigten und die Entgelte. So kommt es, dass die Produktivität bis heute unter dem Niveau von 2010 liegt (2018 um -1 Prozent; zu Jahresbeginn 2019 ist sie weiter gefallen). Und eben deshalb laufen uns die im Konkurrenzvergleich wichtigen Lohnstückkosten davon.

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