Die wichtigsten Fragen kurz beantwortet

Hier finden Sie Antworten der Chemie-Arbeitgeber auf viele Fragen, die Mitarbeiter und Unternehmen unserer Branche bewegen. Unsere Antworten sind verständlich aufbereitet und greifen aktuelle Entwicklungen auf, die in den Betrieben diskutiert werden.

Nein. Die Unternehmen halten die gesetzlichen Bestimmungen zum Arbeitnehmerdatenschutz ein. Das schließt eine ständige Überwachung der Mitarbeiter aus. Zudem regeln Betriebsrat und Unternehmensleitung oft gemeinsam über zusätzliche Betriebsvereinbarungen, wie der Datenschutz vor Ort gewährleistet wird.

Ein Ziel im Rahmen der Digitalisierung ist, Arbeit einfacher und produktiver zu gestalten. Zugleich eröffnet zum Beispiel der Einsatz mobiler Endgeräte mehr Freiraum auch für die Beschäftigten. Zeitgemäße Führung lässt einen „kontrollierten Kontrollverlust“ über Arbeitszeit und -ort des Mitarbeiters zu, ist wertschätzend, eher projekt- als hierarchieorientiert und setzt auf die Vorbildfunktion des Vorgesetzten. Was zählt, ist das Ergebnis.

Das kommt darauf an. Wer sein Smartphone immer dabei hat und pausenlos die Mails checkt und beantwortet, wird auf Dauer unter der ständigen Erreichbarkeit leiden. Es kommt darauf an, dass Unternehmen und Mitarbeiter die Chancen der Digitalisierung verantwortlich nutzen und sich der Risiken bewusst sind. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer eigenverantwortlich mit den neuen Möglichkeiten umgeht und die Unternehmen die Technik nicht auf Kosten der Beschäftigten nutzen. Unter dem Strich wird es viel mehr Mitarbeiter geben, die von der digitalen Erreichbarkeit profitieren, etwa indem sie von unterwegs oder zu Hause arbeiten und Beruf und Privatleben besser vereinbaren können.

Offenheit für Veränderung ist keine Frage des Alters. Die Digitalisierung der Arbeitswelt stellt alle Beschäftigten vor eine große Herausforderung. Tätigkeiten verändern sich, manche fallen weg und neue entstehen. Entscheidend ist, sich auf die Entwicklung einzulassen – mit mehr Bildung, Neugier und einem gesunden Maß an Verantwortung für die eigene Beschäftigungsfähigkeit.

An erster Stelle sind es die Unternehmen und Mitarbeiter selbst, die den digitalen Wandel gestalten – mit neuen Geschäftsmodellen, guten Ideen und Mut zur Veränderung. Wenn es konkret um die Arbeitswelt 4.0 geht, spielen zudem die Sozialpartner eine wichtige Rolle. Chemie-Arbeitgeber und die Gewerkschaft IG BCE haben eine Dialogplattform eingerichtet, in der die wichtigsten Themen gemeinsam besprochen werden: Arbeitszeit und Arbeitsort, Gutes und Gesundes Arbeiten, Bildung und Führung (www.work-industry40.de).

Digital Farming, 3D-Druck oder digitale Medizin - die technische Entwicklung eröffnet zahlreiche neue Möglichkeiten, von denen Unternehmen und Beschäftigte profitieren können. Die Nutzung von Daten und der Einsatz digitaler Werkzeuge bieten neue Chancen in Forschung und Entwicklung, in der Produktion wie auch im Marketing. Insgesamt kann die chemische und pharmazeutische Industrie zu einem der Gewinner der Digitalisierung werden – wenn wir die Chancen nutzen und innovativ bleiben.

Auf tariflicher Ebene haben die Chemie-Sozialpartner eine Reihe von Vereinbarungen getroffen, die die Beschäftigten besser stellen als es die gesetzlichen Vorgaben verlangen - angefangen bei 30 statt 24 Urlaubstagen über eine bessere Absicherung im Krankheitsfall durch einen Arbeitgeberzuschuss zum Krankengeld bis zu einem Zuschuss zum Kurzarbeitergeld. Auch die demografische Entwicklung haben wir im Blick: Über die betrieblichen Demografiefonds haben die Arbeitgeber insgesamt bereits weit mehr als eine Milliarde Euro investiert, mit denen Maßnahmen zur Gestaltung des demografischen Wandels finanziert werden, etwa Altersteilzeit, Gesundheitsvorsorge oder eine an den Lebensphasen der Mitarbeiter orientierte Arbeitszeitgestaltung. Im Alter sind die Beschäftigten ebenfalls besser abgesichert: Etwa 80 Prozent der Mitarbeiter in der chemischen Industrie nutzen bereits die tarifliche Altersvorsorge auf Basis des Tarifvertrags