Die wichtigsten Fragen kurz beantwortet

Hier finden Sie Antworten der Chemie-Arbeitgeber auf viele Fragen, die Mitarbeiter und Unternehmen unserer Branche bewegen. Unsere Antworten sind verständlich aufbereitet und greifen aktuelle Entwicklungen auf, die in den Betrieben diskutiert werden.

 

Als Prozessindustrie ist die Chemie schon heute in hohem Maße automatisiert. Es zeichnen sich neue Anwendungsfelder ab, bei denen digitalisierte Informationen zur Steigerung der Kosten- und Ressourceneffizienz genutzt werden, u.a. „Predictive Maintenance“ (vorausschauende Instandhaltung), „Digital Farming“, eine bessere Steuerung der Logistik oder die modulare Produktion. Auch Forschung und Entwicklung profitieren von den Auswertungsmöglichkeiten großer Datenmengen. Labor, Produktion oder Büro – welche Bereiche sich stärker verändern werden, lässt sich heute noch nicht absehen. Klar ist aber, dass alle Bereiche unserer Branche und unserer Arbeitswelt digitaler werden.

Zunächst einmal profitieren die Beschäftigten direkt vom digitalen Wandel, etwa mit einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch die Nutzung flexibler Arbeitsformen oder durch den Wegfall körperlicher oder monotoner Arbeiten infolge weiterer Automatisierung. Die Unternehmen haben ein großes Interesse daran, ihre Mitarbeiter auf dem Weg in die digitale Arbeitswelt mitzunehmen. Gleichzeitig sind die Beschäftigten gefordert, sich eigenverantwortlich auf den Wandel einzustellen, etwa durch mehr Anstrengungen in der Bildung. Im Dialogprozess WORK@industry4.0 arbeiten Chemie-Arbeitgeber und die Gewerkschaft IG BCE gemeinsam daran, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Themen sind Arbeitszeit und Arbeitsort, Gutes und Gesundes Arbeiten, Weiterbildung und Führung: www.work-industry40.de.

Viele Vorteile der Digitalisierung gehören schon heute zu unserem Alltag – von der Möglichkeit, mobil zu arbeiten über die Nutzung von Virtual Reality in Ausbildung oder Instandhaltung bis zur Forschung auf Basis von Algorithmen. Das Wichtigste ist, offen für neue Entwicklungen zu sein, Veränderungen als Chance zu begreifen und die eigene Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten.

Zunächst wird sich die Ausbildung selbst verändern, etwa durch den Einsatz von VR-Brillen oder neue Wege der Wissensvermittlung. Insgesamt stärkt die Digitalisierung die Bedeutung einer dualen Ausbildung, denn der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften dürfte infolge der Digitalisierung eher steigen – ebenso wie die Anforderungen an die Auszubildenden.

Die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft kann nur mit digitaler Bildung gelingen. „Digitale Bildung“ meint die Befähigung von Menschen, den digitalen Wandel im privaten und beruflichen Alltag als mündige Bürger erfolgreich zu bewältigen und von technischen Möglichkeiten verantwortungsvoll Gebrauch zu machen. Dazu zählen neben der Sicherheit in der praktischen Handhabung von PC, Smartphone, Tablet und Co. auch Selbstmanagement-Kompetenzen, Kommunikations- und Teamfähigkeit sowie Innovationsgeist. Wichtig ist, auch die Berufsschulen fit zu machen für den digitalen Wandel. Sie benötigen massive Investitionen in Infrastruktur, Fachpersonal und Qualifizierung.

Nein. Die Unternehmen halten die gesetzlichen Bestimmungen zum Arbeitnehmerdatenschutz ein. Das schließt eine ständige Überwachung der Mitarbeiter aus. Zudem regeln Betriebsrat und Unternehmensleitung oft gemeinsam über zusätzliche Betriebsvereinbarungen, wie der Datenschutz vor Ort gewährleistet wird.

Ein Ziel im Rahmen der Digitalisierung ist, Arbeit einfacher und produktiver zu gestalten. Zugleich eröffnet zum Beispiel der Einsatz mobiler Endgeräte mehr Freiraum auch für die Beschäftigten. Zeitgemäße Führung lässt einen „kontrollierten Kontrollverlust“ über Arbeitszeit und -ort des Mitarbeiters zu, ist wertschätzend, eher projekt- als hierarchieorientiert und setzt auf die Vorbildfunktion des Vorgesetzten. Was zählt, ist das Ergebnis.

Das kommt darauf an. Wer sein Smartphone immer dabei hat und pausenlos die Mails checkt und beantwortet, wird auf Dauer unter der ständigen Erreichbarkeit leiden. Es kommt darauf an, dass Unternehmen und Mitarbeiter die Chancen der Digitalisierung verantwortlich nutzen und sich der Risiken bewusst sind. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer eigenverantwortlich mit den neuen Möglichkeiten umgeht und die Unternehmen die Technik nicht auf Kosten der Beschäftigten nutzen. Unter dem Strich wird es viel mehr Mitarbeiter geben, die von der digitalen Erreichbarkeit profitieren, etwa indem sie von unterwegs oder zu Hause arbeiten und Beruf und Privatleben besser vereinbaren können.

Offenheit für Veränderung ist keine Frage des Alters. Die Digitalisierung der Arbeitswelt stellt alle Beschäftigten vor eine große Herausforderung. Tätigkeiten verändern sich, manche fallen weg und neue entstehen. Entscheidend ist, sich auf die Entwicklung einzulassen – mit mehr Bildung, Neugier und einem gesunden Maß an Verantwortung für die eigene Beschäftigungsfähigkeit.

An erster Stelle sind es die Unternehmen und Mitarbeiter selbst, die den digitalen Wandel gestalten – mit neuen Geschäftsmodellen, guten Ideen und Mut zur Veränderung. Wenn es konkret um die Arbeitswelt 4.0 geht, spielen zudem die Sozialpartner eine wichtige Rolle. Chemie-Arbeitgeber und die Gewerkschaft IG BCE haben eine Dialogplattform eingerichtet, in der die wichtigsten Themen gemeinsam besprochen werden: Arbeitszeit und Arbeitsort, Gutes und Gesundes Arbeiten, Bildung und Führung (www.work-industry40.de).